Wort des Vorsitzenden der Ludwig– Hofacker–Vereinigung

Jung, jünger, "Hofacker" …

Dekan Ralf Albrecht, Nagold

Jung

Gerade 30 Jahre alt war er, als Ludwig Hofacker 1828 starb. In den paar Jahren davor hatte er sich mit Vehemenz für eine Erneuerung der Kirche eingesetzt. Für ihn war persönliche Glaubenserfahrung, aktueller Bezug zur Person des lebendigen Jesus Christus, subjektiv er-fahrene Lebenswende sowie das authentische Durchleben von Krisenerfahrungen mit Hilfe des Glaubens maßgeblich. Das Kreuz war für ihn dafür DAS Signet. Gott vergibt Schuld: persönlich, gnädig, verlässlich. Dafür hat Jesus mit seinem Leben bezahlt. Bis heute ist diese Nachricht unüberholbar jung.

60 Jahre jung wird im Jahr 2011 die "Hofacker-Vereinigung", gegründet noch 1951 unter anderem Namen. Und 40 Jahre Bestehen feiert der synodale Arm unserer Arbeit, der Gesprächskreis "Lebendige Gemeinde" im Jahr 2011. Wir sind eine Bewegung, ein loser Zusammenschluss, ein lebendiges Netzwerk. Das zum einen auf eine bereits lange Tradition zurückblickt. Jesus im Mittelpunkt, dem Wort der Bibel vertrauen, persönlich zu Jesus einladen – das sind unsere bleibenden Wurzeln. Doch Formen, Anlässe, Strukturen ändern sich. Und wir mit. Gut so! Bewegung erhält jung.

Jünger

Seit Juli 2010 sind wir an einer bedeutenden Stelle neu auf dem Weg. Uns ist völlig klar, dass ein Netzwerk im Bereich der Kirche letztlich nur dann wirklich Netzwerk ist, wenn es nicht nur Überzeugungsarbeit im Bereich einer ganz bestimmten Generation leistet. Sondern wenn es überzeugt und überzeugend auch eine nächste und übernächste Generation gewinnt und integriert. Für das Vertrauen auf die Bibel, für missionarisches Handeln im Alltag unserer Kirche gegenüber allen und für Diakonie, die aus der Liebe und Vergebung durch Jesus in Kreuz und Auferstehung lebt.

Und generationenübergreifend zu arbeiten heißt an dieser Stelle die kommenden Generationen in Ziele und Weg der Ludwig-Hofacker-Vereinigung aktiv und mitbestimmend einzubinden.

Jesus-NetzUm dies zu leisten, haben wir das "Jesus-Netz" (www.jesus-netz.de)gegründet. Im Juli 2010 und jetzt wieder am 20. November haben wir uns mit inzwischen mehr als 30 Verantwortlichen aus dem Bereich der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen getroffen. Und das wollen wir: Wir wollen, dass die beste Nachricht der Welt auch in Zukunft weitergegeben wird – und dass Jüngere und Ältere unsere Kirche gemeinsam prägen und mitgestalten. Deshalb nennen wir es auch "Forum Lebendige Kirche". Wir fragen:

Was kann die Ludwig-Hofacker-Vereinigung mit ihrem überregionalen Netz in ganz Württemberg dazu beitragen? Welche Art von Vernetzung brauchen wir, um diejenigen bei uns in Kontakt zu bringen, die geistliche Verantwortung tragen - in Gemeinden, Gemeinschaften, Verbänden und Werken? Wo knüpfen wir an?

Christliche Netzwerkarbeit ist seit über 60 Jahren unsere Stärke: inhaltlich klar an Jesus und der Bibel orientiert, in den Formen flexibel, in Projekten zukunftsweisend.

Und diese einzelnen Vernetzungen, diese Knotenpunkte wollen wir beispielhaft weiter angehen:

1. Zurück zu den Wurzeln - Das Evangelium in Wort und Tat

Für Weltmission gibt es die Jugendkonferenz für Weltmission – was gibt es Vergleichbares für einen Einsatz in Deutschland? Brauchen wir dazu es eine neue deutschlandweite Jugend-konferenz im Schnittpunkt von Inlandmission, Evangelisation, Diakonie und Gemeinde und biblischer Ausbildung? Wo kann Bestehendes verknüpft werden? Wie tragen wir dazu bei, dass Jugendliche ihre Berufung umfassend finden – weltweit, aber auch ortsnah, in Wort UND Tat? Evtl. ist 2013 erstmals eine Jumiko in der Neuen Messe in Stuttgart mit Schwerpunkt Deutschland möglich: Für Projekte wie Seehaus, Arche Berlin, Stoffwechsel... Wir sind in Kontakt mit "jumpersnet" (Thorsten Riewesell wird beim Jugendchristustag 2011 dabei sein); auch in Verbindung mit der Initiative "Hoffnung 2011". Es besteht die Möglichkeit und Einladung, bei der Planung dieser deutschlandweiten Konferenz mitzudenken - wo gibt es spannende Projekte in den Gemeinden; wo wächst etwas, das hier eine Plattform brauchen könnte?

2. Für einen missionarischen Lebensstil – Mission als Programm

Durch JesusHouse 2011 bietet sich Stuttgart und der gesamten Region die hervorragende Gelegenheit, Christen zu sammeln und miteinander für Gottes Reich vorwärts zu gehen.

Und wir gehen jetzt schon einen Schritt weiter. 2013 wird Pro Christ von 3. – 10. März aus der Porschearena hier in der Region stattfinden. Wie können wir schon jetzt in konkreten Begegnungen und Erlebnissen sowie im Geistlichen miteinander erfahrbar missionarische Schritte gehen? Wie können heute und hier, und konkret auf 2011 und 2013 hin junge Chris-ten für ein evangelistisches Leben motiviert und ausgesendet werden, das ansteckend, aber eben nicht fanatisch und menschlich abstoßend/ausgrenzend wirkt?

Noch vieles weitere könnte mit dem Jesus-Netz angestoßen, verknüpft und miteinander noch besser vernetzt werden. Doch wir wollen nicht allein Fäden spinnen und Netzwerke verstärken. Sondern wir wollen immer neu einladen, sich im Jesus-Netz selbst einzubringen und selbst Akzente mit zu entwerfen und zu gestalten. Bei Interesse bitte schlicht und einfach bei uns melden – eine Mail an info@lebendige-gemeinde.de genügt.

Jünger sein

Wo dieses Jesus-Netz, wo unsere "Hofacker-Arbeit" in der kommenden Zeit letztlich landen wird? Wer weiß? Das ist aber ja nicht entscheidend. Abraham wurde damals gerufen – und das "in ein Land, das ich Dir zeigen werde". Und dann galt es zu hören und zu gehen. So bis heute für eine Bewegung. Dabei kommt es dann nicht darauf an, wie weit sie kommt, sondern wie nahe sie an Jesus dran und orientiert bleibt. Da wollen wir hin. Von ihm her sind wir in Bewegung, auf ihn zu wollen wir weiter gehen. Gehen sie mit!

Es grüßt Sie ganz herzlich und dankt für alles Interesse und alle Verbundenheit,

Ihr Ralf Albrecht, Dekan

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