Ein wegweisendes Wort zur rechten Zeit

Stellungnahme der Gesprächskreisleitung "Lebendige Gemeinde" zum Brief der Altbischöfe

  1. Homophil empfindende Christinnen und Christen haben selbstverständlich einen Raum in unserer Kirche und in unseren Gemeinden wie alle anderen Christen auch. Sie sollen in unserer Kirche ein Zuhause finden können. Allen Menschen gilt die Liebe Gottes gleichermaßen.

  2. Dabei nehmen wir eine Spannung wahr zwischen dem biblischen Befund und dem Ausleben einer homosexuellen Beziehung. Aufgabe der Kirche ist es, homophil empfindende Menschen anzunehmen und zu begleiten. In unseren Gemeinden gilt es an dieser Stelle wie an vielen anderen Stellen auch, mit Spannungen zu leben.

  3. Das christlich-jüdische Leitbild für die Lebenspartnerschaft zweier Menschen ist die Ehe zwischen Mann und Frau. Darum ist in unserer Landeskirche keine Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften möglich. Auch eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft im Pfarrhaus entspricht nicht diesem Leitbild und kann daher keine kirchlich legitimierte Praxis sein.

  4. Wir bedenken in den kirchenrechtlichen Fragen auch den ökumenischen Horizont: Weltweit stellen einige EKD-Kirchen mit ihrer Position etwa zur Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften eine Minderheit der Christenheit dar. Im Gegenüber etwa zur römisch-katholischen Kirche wird hier ein Graben aufgerissen, aber auch gegenüber vielen evangelischen, speziell auch lutherischen Kirchen. Die Anglikanische Kirche ist an dieser Frage zerbrochen.

  5. Fazit: Hier ist Besonnenheit und Weisheit gefragt. Als Christen haben wir jeder Diskriminierung entgegenzutreten und zugleich behutsam zu bedenken, welche Lebensweise dem Evangelium entspricht. Für uns als reformatorische Christen leiten uns dabei die Orientierung an der Schrift und die darin gebotene Liebe zu Gott und den Menschen.

  6. Der Offene Brief der Altbischöfe anlässlich des von der EKD beschlossenen Pfarrdienstgesetzes ist in dieser Hinsicht ein wegweisendes Wort zur rechten Zeit. Wir danken den Bischöfen für ihren Mut und ihre Klarheit, in dieser Weise Position zu beziehen. Sie geben den Synoden und kirchenleitenden Gremien damit eine wertvolle Orientierung.

Andrea Bleher, Pfarrer Steffen Kern, Pfarrer Andreas Schäffer, Dekan Volker Teich


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