Landessynode, Bild: Amt für Information/Eidenmüller

Bericht aus der Landessynode

Herbsttagung vom 24. bis 26. November 2009

Bericht von Dieter Abrell, Stuttgart Dieter Abrell, Stuttgart-Rohr

Zukunftswerkstatt Kirche

Die Herbstsynode der Landeskirche tagte vom 24. bis 26. November im Hospitalhof in Stuttgart. Den Schwerpunkt der Synode bildeten wie jedes Jahr im Herbst die Haushaltsberatungen. Darüber hinaus behandelte die Synode eine weite Fülle von Themen, die sich letztlich um die zentrale Frage drehten, wie Kirche in Zukunft gestaltet werden kann und soll.

Gute Haushalterschaft – Bildung von Rücklagen zahlt sich aus

Trotz eines Rückgangs der Kirchensteuermittel von 595 Millionen in 2008 auf 500 Millionen Euro im Haushaltsplanansatz 2010 steht der Haushalt der Landeskirche gut da. Der Rückgang ist insofern auch nicht zu dramatisch, als die Einnahmen aus den Kirchensteuern 2008 überdurchschnittlich hoch waren. Es hat sich bewährt, in den besseren Zeiten Rücklagen anzulegen, so dass nun zurückgegriffen werden kann. Für die Kirchengemeinden erhöhen sich die Zuweisungen um 1,5%, um Planungssicherheit zu erreichen. Dennoch geht das Finanzdezernat davon aus, dass die Kirchensteuermittel auch aufgrund der Wirtschaftskrise noch weiter zurückgehen werden. Bis zur Frühjahrssynode 2010 soll deshalb der Oberkirchenrat prüfen, wie in Zukunft 10 Millionen Euro im Haushalt eingespart werden könnten. Lediglich der Gesprächskreis „Offene Kirche“ hält diese Planung der Sparmaßnahmen für unnötig und rechnet mit einer baldigen Besserung der wirtschaftlichen Situation. Dagegen betonte der Finanzdezernent Martin Kastrup, dass dieses Sparvolumen im Blick auf die zu erwartende Entwicklung eher niedrig angesetzt sei.

Wie kommen Erwachsene zum Glauben? Hohe Bedeutung des Gottesdienstes

Dr. Johannes Zimmermann vom Institut zur Erforschung für Evangelisation und Gemeindeentwicklung in Greifswald stellte eine Studie vor, bei der die Rückmeldungen von über 450 Personen ausgewertet wurden, die als Erwachsene neu oder erstmals zum Glauben gekommen waren. Ein überraschendes Ergebnis der Studie: Für über 80% der Befragten war der „normale“, sonntägliche Gottesdienst und das Abendmahl von hoher Bedeutung für ihre Konversion - noch vor alternativen Gottesdiensten, Glaubenskursen oder anderen kirchlichen Bildungsangeboten. Auch das Gebet spielt eine große Rolle. Zimmermann ermutigte die Synodalen: „Rechnen Sie damit, dass Menschen Gebetserfahrungen suchen und sich darauf einlassen.“

Zukunft in Pfarramt und Diakonat – Bildung von Sonderausschüssen

Auf der Landessynode wurden zwei Sonderausschüsse eingesetzt. Der Sonderausschuss „PfarrPlan 2018“ wird die Personalplanung der Landeskirche begleiten. Der PfarrPlan sieht vor, dass bis zum Jahr 2018 im Durchschnitt zwei Pfarrstellen pro Kirchenbezirk eingespart werden, landesweit also insgesamt 100 Pfarrstellen. Die Lebendige Gemeinde setzt sich dafür ein, dass dabei Gemeindepfarrstellen so weit wie möglich erhalten bleiben. Den Vorsitz des Ausschusses hat Andreas Schäffer vom Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“.

Auf Antrag der „Lebendigen Gemeinde“ wurde auch ein Sonderausschuss „Diakonat“ gebildet. Insbesondere das Berufsbild des Gemeindediakons droht in den Spardebatten der Kirchenbezirke zur scheinbar verzichtbaren Verfügungsmasse zu werden. Der Sonderausschuss versucht hier zu klären, wie das Berufsbild der Diakone auch im Gegenüber und der Ergänzung zum Pfarramt in Zukunft gestaltet werden kann. Wenn es gelingt, hier tragfähige Modelle zu erarbeiten, könnte dies eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft darstellen. Der Vorsitz im Sonderausschuss Diakonat wurde Martin Allmendinger vom Gesprächskreis „Kirche für morgen“ übertragen.

Initiative „mission.de“ – Engere Zusammenarbeit der Missionswerke empfohlen

Martin Brändl (Lebendige Gemeinde) stellte die Initiative „mission.de – um Gottes willen – der Welt zuliebe“ vor, die in der Öffentlichkeit das Verständnis für Mission wecken will, indem sie mögliche Zerrbilder von Mission thematisiert, gängige Vorurteile aufklärt und positiv erläutert, warum Mission notwendig ist. Dabei empfiehlt der synodale Ausschuss für Mission, Ökumene und Entwicklung, dass im Rahmen der WAW (Württembergische Arbeitsgemeinschaft für Weltmission) die verschiedenen Missionswerke noch stärker zusammenarbeiten und sich ergänzen.

10 Jahre Schöpfungsleitlinien – Bericht des Umweltbeauftragten

Der Umweltbeauftragte der Landeskirche Dr. Hans-Hermann Böhm zog eine Zwischenbilanz zum zehnjährigen Bestehen der Schöpfungsleitlinien. So wurden in den vergangenen zehn Jahren 60 Umweltauditoren ausgebildet, 130 Kirchengemeinden verbesserten ihre Umweltleistung systematisch und kontinuierlich. Der „Grüne Gockel“ wurde auch von anderen Landeskirchen in Deutschland und sogar in Italien übernommen. Franziska Stocker-Schwarz bedankte sich im Namen der Lebendigen Gemeinde bei Böhm, dass er neben der guten Arbeit extra darauf hinwies, dass wir Menschen unseren Schöpfer zu ehren haben: „Gottes Güte leitet zur Umkehr.“

Zukunftswerkstatt der EKD – Impulse für Württemberg

Steffen Kern berichtete für die Lebendige Gemeinde von der jüngst vergangenen Zukunftswerkstatt der EKD und fragte: „Welche Prioritäten setzen wir, um mehr Menschen zu erreichen? Welche Ziele leiten uns als missionarische Kirche?“ Volker Teich bat Landesbischof July, eine Zukunftswerkstatt in Württemberg einzuberufen: „Wie schaffen wir es, dass wir mehr Kircheneintritte als Austritte haben?“

Weiteres in Stichworten:

  • Zum stellvertretenden Synodalpräsidenten gewählt wurde Beatus Widmann (Gesprächskreis „Evangelium und Kirche“), Pfarrer in Mühlacker-Dürrmenz, als Nachfolger des zum Personaldezernenten ernannten Wolfgang Traub.
  • Die beabsichtigte Änderung des Wahlverfahrens mit mehr Mitwirkung der Gemeinde im Pfarrstellenbesetzungsgesetz wurde erneut in den Rechtsausschuss verwiesen.
  • Die Lebendige Gemeinde stellte einen Antrag mit dem Ziel, dass kirchliche Medien und Vertreter der Kirche sich zukünftig mehr um faire Berichterstattung bezüglich Missionswerken einsetzen sollen.


Beraten und Beschlossen Wenn Sie weitere Informationen wünschen, verweisen wir auf die vom Amt für Information zu jeder Tagung herausgegebene Schrift "beraten und beschlossen", die Sie als PDF-Version auf den Seiten der Landeskirche finden.


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