Landessynode, Bild: Amt für Information/Eidenmüller

Bericht aus der Landessynode

Frühjahrstagung vom 11. bis 13. März 2010

Von Steffen Kern und Dieter Abrell Steffen Kern, Dieter Abrell

Mehr Mitsprache für Gemeinden bei Pfarrerwahl

Synode berät in Klausur weitreichende Sparmaßnahmen: 12 Millionen müssen weg

Es war eine Premiere: Erstmals tagte die Württembergische Landessynode auf dem Schönblick in Schwäbisch Gmünd. Da der bisherige Tagungsort, der Hospitalhof in Stuttgart, demnächst renoviert wird, beriet die Synode im Christlichen Gästezentrum der Apis, des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg.

Eine wesentliche Entscheidung: Die Gemeinden haben künftig mehr Freiheit und mehr Einfluss bei der Besetzung ihrer Pfarrstellen. Die Synode änderte das Pfarrstellenbesetzungsgesetz. Künftig können die Besetzungsgremien der Gemeinden selbst einen Personalvorschlag machen. Dies ist beim so genannten Wahlverfahren möglich, das bei jeder Pfarrstelle mit dem Benennungsverfahren wechselt. Während beim letzteren vom Oberkirchenrat nur eine Person auf eine Stelle benannt wird, die die Gemeinde dann wählen oder ablehnen kann, schlägt der Oberkirchenrat beim Wahlverfahren bis zu drei Personen vor. Diesen Wahlvorschlag kann die Gemeinde künftig durch einen weiteren Personalvorschlag ergänzen. Damit haben die Gemeinden mehr Mitsprache bei der Auswahl ihrer Pfarrer. Die Gesetzesänderung wurde von Synodalen der Lebendigen Gemeinde stark unterstützt und mit auf den Weg gebracht.


Die LG zum Sparen: Vorrang für Gemeinden und missionarische Arbeit

Einen ganzen Tag ging die Synode in Klausur. Dabei wurden umfassende Sparbeschlüsse vorberaten und Grundlagen der Kirche erwogen, an denen sich die bevorstehenden Kürzungen orientieren sollen. Für die Lebendige Gemeinde machten Volker Teich, Steffen Kern und Andreas Schäffer deutlich, was Vorrang ha-ben muss: Auch künftig soll es flächendeckend Gottesdienste geben. Insbesondere Kirchen auf dem Land sollen erhalten werden. Vorrang müsse außerdem haben, was missionarisch ist. In einer zunehmend ent-christlichten Gesellschaft sind missionarische Initiativen immer wichtiger. Für die Lebendige Gemeinde ist klar: „Wenn wir als Kirche aus finanziellen Gründen zwischen einer missionarischen Gemeindearbeit und gesell-schaftspolitischen Fachtagungen entscheiden müssen, dann haben die Gemeinden Vorrang.“


Musik: Gott loben mit Orgel, Posaune, Gitarre und Schlagzeug

Vorberaten wurde außerdem ein Schwerpunkttag „Musik in der Kirche“. Matthias Hanßmann und Werner Schmückle setzten sich etwa stark dafür ein, dass auch Popularmusik in unserer Kirche mehr Raum und An-erkennung findet; das betrifft auch die Förderung von Gospelchören. Dass die Posaunenchöre auch künftig Teil des Evangelischen Jugendwerks bleiben, unterstrichen Harald Klingler und Helmut Mergenthaler.

Franziska Stocker–Schwarz ermutigte alle Anwesenden zu fördern, dass jüngere Gemeindeglieder sich in ihrer Art an der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste einbringen können. Ulrich Hirsch sprach sich dafür aus, dass das gemeinsame Singen in der Familie durch die Kirche gefördert wird. Künftig soll es ein möglichst harmonisches Miteinander von klassischer und moderner Kirchenmusik geben.


Weiteres in Stichworten:

  • Neue Konfirmationsordnung wird vorbereitet – darin Sonntag Rogate (5.Sonntag nach Ostern)als Konfirmationssonntag vorgesehen sowie KU 3/8 (ein Teil des Konfirmandenunterrichts dritten Schuljahr) verankert
  • Zum 3. Oktober 2010 bittet die Landessynode, dass neben dem besonderen Stellenwert von Ernte auch Dank für Friede und die Bitte um Einheit in die Erntedankgottesdienste aufgenommen werden
  • Metropolit Actas aus dem Kloster Mar Gabriel im Tur Abdin berichtete über die weiterhin bedrängende Situation der Christen in der Türkei
  • Der Tag der Schöpfung soll künftig nicht mehr am 1. September sondern wie bundesweit am 1. Freitag im September begangen werden


Beraten und Beschlossen Wenn Sie weitere Informationen wünschen, verweisen wir auf die vom Amt für Information zu jeder Tagung herausgegebene Schrift "beraten und beschlossen", die Sie als PDF-Version auf den Seiten der Landeskirche finden.


Zurück