Landessynode, Bild: Amt für Information/Eidenmüller

Bericht aus der Landessynode

Frühjahrstagung vom 23. bis 25. März 2006

Ein wahrhaftiger Dialog ist nötig

Christen und Muslime: Frage nach der Wahrheit nicht ausklammern

Die Synode der Evangelischen Kirche in Württemberg befasste sich mit dem Islam. In einem Schwerpunkttag kam es auch zur Begegnung zwischen Synodalen und Muslimen. Die LEBENDIGE GEMEINDE trat entschieden für einen wahrhaftigen Dialog ein: Als Christen müssen wir im Gespräch mit Muslimen immer auch von Christus reden. Wer bestehende Unterschiede in einem falsch verstandenen Harmoniestreben verharmlost, schadet dem Dialog. Der Dialog muss offen sein für das missionarische Zeugnis.

Kirchenrat i.R. Albrecht Hauser warnte in seinem Vortrag vor einer Islamisierung des Westens. Der Islam werde nicht in Europa geprägt, sondern im Wesentlichen im arabischen Raum bestimmt: "Die Frage ist doch nicht, wie wir den Islam definieren, sondern wie der Islam sich von seinem Selbstverständnis her definiert. Und diese Definition geschieht nicht in Berlin noch in Brüssel, sondern in den Herzzentren der islamischen Gemeinde, nämlich in Mekka, Medina und in Qum."

Stefan Schreiner, Religionswissenschaftler aus Tübingen, beschrieb zuvor das Miteinander und Gegeneinander von Christen und Muslimen in ihrer Geschichte. Er betonte die Chancen einer säkularen Gesellschaft, in der sich die Religionen auf Augenhöhe begegnen könnten.


Gemeinsames Gebet nicht möglich - Mehr Einsatz für verfolgte Christen

Für die LEBENDIGE GEMEINDE hielt der Pfarrer und Journalist Steffen Kern fest: Christen und Muslime könnten nicht gemeinsam beten: "Unterschiede in Glauben und Gotteserkenntnis bedingen eine separate Glaubenspraxis. Wir feiern Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes. Wir beten im Namen von Jesus Christus." Viele Synodale der LEBENDIGEN GEMEINDE, darunter Erwin Damson und Walter Stern, beklagten die verheerende Situation verfolgter Christen in islamischen Ländern. Sie forderten die Verantwortlichen in Kirche und Politik dazu auf, sich verstärkt für verfolgte Christen einzusetzen. - Landesbischof Frank O. July sprach die Situation des mit der Todesstrafe bedrohten afghanischen Christen Abdul Rahman an. Wiederholt forderte er die Glaubensfreiheit ein und verlangte die Einstellung des in Afghanistan laufenden Gerichtsverfahrens.


Kirche soll ehrenamtliche Lebensberatung anerkennen

Die Synode forderte den Oberkirchenrat dazu auf, ehrenamtliche Lebensberatung anzuerkennen. Die Kurse des Vereins Bildungsinitiative, die Ehrenamtliche zur Seelsorge und Lebensberatung qualifizieren, sollten in der Landeskirche anerkannt werden. Der Ausschuss für Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit hatte zuvor intensiv über diese Arbeit beraten und für sehr gut befunden. Der Vorsitzende Hartmut Hühnerbein bat den Oberkirchenrat, die qualifizierte Arbeit der Menschen in unserer Kirche nicht zu verkennen.


Kirchengemeinden sollen Kindergärten erhalten

Synode und Oberkirchenrat appellieren an Gemeinden: Trotz knapper finanzieller Mittel sollen die Gemeinden an Tageseinrichtungen für Kinder festhalten. Dekan Harald Klingler und Oberkirchenrat Werner Baur warben dafür, Kindergärten als Chance zu begreifen.
Steffen Kern


Bericht: Steffen Kern, Walddorfhäslach

Beraten und Beschlossen Wenn Sie weitere Informationen wünschen, verweisen wir auf die vom Amt für Information zu jeder Tagung herausgegebene Schrift "beraten und beschlossen", die Sie als PDF-Version auf den Seiten der Landeskirche finden.


Zurück